Donnerstag, 11. Juni 2009

unter.wasser


Der Ozean in dem ich treibe

Ist weit und still.


Unter den Wellen liegt

Ein seltsamer Raum,

Oben noch klar blau wie

Gletscherschatten,

Fällt es in eine Dunkelheit, nein,

Intensiviert sich bis zu einer

Eigentümlichen Schwärze.


Aber hier, wo ich treibe

Gibt es nichts zu fürchten, denn

Es ist ein ewiger Tank

Mit Wänden aus Glas

Und kein anderes Wesen scheint darin

Als ich.


Das Blau ist durchdrungen von

Winzigen, schimmernden Partikeln,

Die in der sprachlosen Weite treiben.

Perlmutt in Azur

In Kornblume

In Mitternacht

In Stahl

In Royal

In Türkis

In Saphir


Rast und Befriedigung

Schwappen ineinander,

Diffundieren zu einer

Wabernden arktischen Milch.

Schwerelose Lust.


Kobaltschlieren um mich.

Cyanexplosion verspritzt

Enzianvesikel.


Zwölf Fische winken der

Einsamkeit zum Abschied.

Nylonfische -

Neongräten

Alukiemen

Folienschuppen

Plasmaaugen


Und tausend

Plexiglasquallen -

Polyethylententakel

Teflonnesseln

Silicongallerte


Und Panzerglasschildkröten

Kevlarseesterne

Edelstahlgarnelen

Cerankalmare


Sprudeln aus der Finsternis;

Widerspiegelnde Schlafwandler

In einem brodelnden Tanz.


Blau durchdringt sie,

Intensiviert sich an ihnen,

Spiegelt von ihren makellosen

Ekelerregend sterilen

Leibern.


In einem wirbelnden Reigen

Verdichten sie die See um mich

Zu einem Strudel,

Liquider Kokon,

Haardünne Luftblase.


Und sinken dann,

Wie glänzende Kiesel

Zurück auf den Grund

Zurück zu toten Toastern

Und Skeletten von Fernsehern und Föhns


Das Wasser um mich

Vibriert und rauscht.

Mit geschlossenen Augen

Verpfände ich die Ruhe

Für ein Bad in diesen Klängen.


Glockenhell

Und mächtig wie

Ein goldener Gong


Schillernder Ton in den Fluten.

Orgiastische Welle aus Schall.


Milliarden Blasen streichen

Meine Haut, drängen

Sich in den Mund, reiben

Sich an Lippen und Zunge.

Und quellende Hände,

Geysirische Finger kosen

Die Bahnen des Rückens.


Leichtfertig will ich

In diesem Becken

Ertrinken.

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